„Wir haben die Wahl – Freiheit und Demokratie gemeinsam gestalten“ – so das Motto beim gestrigen BBU-Verbandstag 2026 im bbc Berlin. Es könnte kaum besser passen in die Woche der für Freiheit und Demokratie so wichtigen US-Midterms, die folglich auch sehr präsent nachhallten.
Mit Philipp Amthor und Gregor Gysi als politische Speaker wurde einer breiten Spannbreite an politischen Standpunkten Raum gegeben, der gut gefüllt wurde mit der Erkenntnis, dass sowohl der Respekt vor Menschen, die Verantwortung übernehmen, als auch das persönliche Erleben von leidenschaftlichen und gekonnten Redebeiträgen hilft, das Gemeinsame zu spüren, auch wenn man politisch weit auseinanderliegt.

Es ist aber nicht so, dass die Wohnungswirtschaft hier einfach nur ein großes und aktuelles Gesellschaftsthema zum Motto machte. Es ist ihr originäres Thema.
Denn sie gibt Menschen mit vielfältigen Lebenswegen und Überzeugungen Wohnraum. Kommt es gesellschaftlich zur Polarisierung, bleibt dies nicht ohne Auswirkungen auf den Kernbereich des menschlichen Zusammenlebens, in gemeinsamen oder benachbarten Wohnungen, Häusern und Quartieren. Dort wo es um das tägliche Zusammenleben der Menschen geht, zeigen sich solche Entwicklungen sehr schnell. Hier zeigt sich im Alltag, ob und wie das Miteinander gelingt.
Die soziale Wohnungswirtschaft nimmt dies als Auftrag an, der nach ihrem Verständnis weit mehr als die Versorgung mit Wohnraum umfasst.

„Institutionen helfen uns, den Anstand zu wahren„, sagt Timothy Snyder.
Wahlen sind Institutionen, wie uns die USA lehren. Gesetze sind Institutionen, ebenso Gerichte. Das Miet-, Wohnungseigentums- und Nachbarrecht sind solche Institutionen. Aber auch Gemeinschaften und ihre Gemeinschaftsordnungen, ob Hausgemeinschaften, Nachbargemeinschaften, Quartiersgemeinschaften, Wohnungseigentümergemeinschaften oder Genossenschaften.
Die Wohnungswirtschaft stellt den Raum, in dem Gemeinschaften tagtäglich das Miteinander gestalten und in dem Menschen die großen Gesellschaftsthemen im Mikrokosmos einer Hausgemeinschaft ausmachen.
„Die soziale Wohnungswirtschaft setzt dabei auf Zusammenhalt.“ So der BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V. Damit spricht er das an, um das es auch aus Sicht der verfassungsrechtlichen Institution geht:
Unabhängig von spezifischen sozialpolitischen Zielen sind für den Zusammenhalt einer Gesellschaft Räume alltäglicher Begegnung zwischen unterschiedlichen Gruppen von hoher Bedeutung.
BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 8. Januar 2026 – 1 BvR 183/25
Die Wohnungswirtschaft wird selbst zur wichtigen Institution, indem sie solche Räume bereitstellt. Das gilt es zu würdigen und wertzuschätzen. Der BBU-Verbandstag 2026 war ein wunderbarer Anlass. Danke dafür.



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