OLD BUT GOLD.

Ein Zitat aus einer Zeit, als ich noch die Schulbank drückte:

Ein Zitat, das mir als Student half, als ich anfing, mich aus rechtlicher Perspektive mit dem Bauwesen zu befassen.

Ein Zitat, das noch heute seine volle Gültigkeit hat.

Ein Zitat, das gerade auch im Baurecht unverändert geeignet ist, Fehlschlüssen entgegenzutreten.

Ein Zitat, das ich daher eben mal wieder an seinem „Geburtsort“ auspackte, als ich in München zum Baurecht referieren durfte.

Denn im Baurecht gilt mehr denn je: Ausgangspunkt einer jeden Rechtsanwendung muss die Baurealität sein, d.h. die bauspezifische Problem- und Interessenlage.

Aber auch in aktuellen Diskussionen hilft das Zitat. Zu den Bauspezifika gehört, dass es bei der Errichtung von Bauwerken typischerweise um die Entwicklung von Unikaten nach den individuellen Vorgaben des Bauherrn geht. Das ist nicht nur bauvertragsrechtlich wichtig.

Das ist auch wichtig für die aktuelle Diskussion um die Produktivität der Bauwirtschaft. Und das wird daher aktuell wiederum vom Bayerischen Bauindustrieverband e.V. (id Juni 2025) aufgegriffen: Produktivitätsanforderungen aus anderen Branchen sind nicht unbesehen übertragbar. Statt dessen helfen (gar nicht mehr so) neue Vertragsmodelle (Design-and-Build), funktionale Ausschreibungen und kooperative Projektansätze. Mit Freiheit für innovative Bauweisen, ganzheitlicher Verantwortung und Aktivierung der Innovationskraft der Bauwirtschaft können für die drei Projektfaktoren Qualität, Kosten und Zeit gute Ergebnisse erzielt werden – „ob im Hinblick auf Nutzung, Nachhaltigkeit oder architektonische Ansprüche.“

Das ist nicht nur eine vergaberechtliche Diskussion um die bessere Vergabeart (die wir schon führten, als ich noch Rechtsreferendar war beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie), sondern eine bauvertragsrechtliche Frage nach dem besten Vertrags- und Kooperationsmodell und der passenden Unternehmenseinsatzform auch und gerade im Wirtschafts- und Wohnungsbau. Ein marktrationales Vertragsrecht kann und will nicht das Innovationspotential des modernen Leistungsaustauschs ausblenden und den Auftraggebern die Innovationsvorteile lebenszyklus- und zieldefinierter Gestaltungsformen verwehren.

Das wiederum kann die Kleinteiligkeit der Bauwirtschaft überwinden und über Skaleneffekte und Förderung von modularen und seriellen Bauansätzen sowie Technologieadaption die strukturelle Produktivitätsflaute beenden (so auch aktuell zur Zukunft des Neubaus Deutsche Bank Research (August 2025):

© Copyright by Dr. Elmar Bickert