Als vor einigen Jahren eine große Boulevardzeitung ihren Lesern damit Angst machte, der Wirtschaftsminister wolle in ihre Heizungskeller, war der Aufschrei groß. Lange vorbei. Heute berichten manche, es seien Kettensägegeräusche aus den Heizungskellern des Landes zu hören.

Und tatsächlich. Während die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, private Eigentümer, die Energiewirtschaft, das Handwerk, die Industrie, der Handel und die Bauwirtschaft verlässliche Leitplanken brauchen für ihre Investitionen, droht in Sachen Green Tech weiterhin die Kettensäge. Das „Heizungsgesetz“ steht als kulturkämpferisch aufgeladenes Feindbild vor der Destruktion. Die Folge: Geisterstunde im Heizungskeller.

Wieso das der „Horror“ ist, machen der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) gerade in einem „Alarm-Aufruf“ deutlich, und zwar für Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Klimaziele. Die Spitzenverbände fordern mehr Dynamik im Heizungsmarkt und mahnen das an, was zählt: Verlässliche Rahmenbedingungen.

Ich halte es weiterhin mit  Exxon Mobil Chair and CEO Darren Woods:

One of the challenges with this polarized political environment we find ourselves in is the impact of policy switching back and forth as political cycles occur and elections happen and administrations change. That’s not good for the economy.

Und nicht nur die Wirtschaft spricht eine klare Sprache, auch die privaten Eigentümer:

In 2025 haben erstmals die Wärmepumpen (+55%) die Gasheizung (-41%) im Absatz überholt. Im Jahr zuvor wurden noch doppelt so viele Gasheizungen wie Wärmepumpen verkauft.

Die aktuelle Studie von KfW Research und Deloitte  (Die wirtschaftlichen Vorteile von Klimaschutz – Chancen der Dekarbonisierung für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum // The economic benefits of climate action: How decarbonization can enhance competitiveness and growth, October 2025) ergab, dass der globale Markt für Green Tech rasant wächst und sich beim aktuellen Trend in weniger als zehn Jahren verdoppeln wird, wobei gerade Deutschland gut positioniert ist und der Klimaschutz die Chance bietet, die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der deutschen Wirtschaft zu stärken. Auch hier die klare Warnung:

For many businesses, planning certainty is one of the most important framework conditions for climate-related investments.

Nach dem KfW Energiewende Monitor 2025 (Oktober 2025) nutzen 33 Prozent der deutschen Haushalte mindestens eine Energiewendetechnologie, ein Anstieg um 800.000 Haushalte oder zwei Prozentpunkte zum Vorjahr. Zu den Energiewende­technologien zählen beispielsweise Wärmepumpen, Photovoltaik­anlagen, und Elektroautos. Haushalte sind gegenüber Dämmmaßnahmen und Wärmepumpen offener als im Vorjahr. Besonders relevant ist die Breitschaft der Nutzer von fossilen Heizungen, auf eine Wärmepumpe umzusteigen. Auch hier zeigt sich ein Anstieg: Jeder zweite Haushalt mit einer Gasheizung kann sich inzwischen den Umstieg vorstellen. Generell halten 83 Prozent der deutschen Haushalte die Energiewende für wichtig oder sehr wichtig. Und dann der klare Apell:

Wichtig für ein Gelingen der Energiewende ist, dass die Wirtschaftlichkeit grüner Technologien nicht torpediert wird, indem fossile Energieträger stärker subventioniert werden – etwa durch eine Finanzierung der Gasumlage aus dem Klima- und Transformationsfonds.

Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) ergab die Studie Monitoring Energie­wende im Eigenheim (Oktober 2025). Nach dieser ist die private Energiewende breit verankert und stößt auf große Resonanz in der gesellschaftlichen Mitte. Wärmepumpen und E-Autos werden von Hausbesitzenden deutlich positiver gesehen als noch vor einem Jahr. Als entscheidend wird angesehen, Vertrauen in die Sinnhaftigkeit und Beständigkeit von Investitionen zu schaffen. Es braucht Kostentransparenz, Planungssicherheit und klar vermittelte Ziele von Politik und Markt. Und schließlich eine Absage an die destruktiven Geister:

Im Zuge von Gesetzesreformen sollten Negativbilder dieser Technologien vermieden werden, um den Trend nicht zu kappen.

Und dieser Trend ist sehr positiv. Am Ende gilt mit KfW/Deloitte (a.a.O.):

Ultimately, it is important to note that the transformation induced by climate change will persist despite evolving political narratives and priorities. Businesses, economies and political entities alike must contemplate how they can harness this development for value cration and growth.

© Copyright by Dr. Elmar Bickert