Was bedeutet Nachhaltigkeit im Recht? Mit dem Bundesgerichtshof etwa zum Overrent was folgt:

… kann ein sog. Overrent, d.h. eine über der marktüblichen Miete liegende Miete, ein für den Ertrag der Anlage besonderes Risiko darstellen, das der Aufklärung bedarf, da eine solche Miete häufig nicht nachhaltig zu erzielen ist.

Woher aber weiß man, was „nachhaltig zu erzielen“ ist? Es ist nicht nur eine Rechtsfrage, es ist auch eine Frage der Marktüblichkeit. Und für letztere ist die Datenbasis entscheidend.

Im vdp-Immobilienpreisindex finden ab sofort bzw. zukünftig neue gemeinsame Immobilienpreisindizes von Deutscher Bundesbank und vdpResearch Berücksichtigung. Der neue Gewerbeimmobilienpreisindex bildet vierteljährlich die Preisentwicklung für die Immobilientypen Büro, Einzelhandel und Mehrfamilienhäuser im Eigentum von Unternehmen ab.

Glaubwürdige und verlässliche Daten sind die Grundlage evidenzbasierter Entscheidungen.“ So die Deutsche Bundesbank, die mit dem neuen Gewerbeimmobilienpreisindex eine Datenlücke im Immobilienbereich schließen und einen wichtigen Beitrag für mehr Transparenz am Markt für Gewerbeimmobilien leisten will. Sie leistet damit auch einen wichtigen Beitrag zur Risikosteuerung im eingangs genannten Sinn.

Neuvertragsmieten Wohnen Top 7

  1. Hamburg (+3,9%)
  2. Düsseldorf (+3,5%)
  3. Frankfurt a.M. (+3,5%)
  4. Köln (+3,5%)
  5. München (+2,8%)
  6. Stuttgart (+1,5%)
  7. Berlin (+1,3%)

Neuvertragsmieten gesamt:

  1. Wohnen MFH (+3,0%)
  2. Büro (+2,8%)
  3. Einzelhandel (+1,5%)
vdp-Immobilienpreisindex Q1 2026 – Delta zum Vorjahr (Q1/2025)

Preisentwicklung Wohnen Top 7

  1. Hamburg (+4,9%)
  2. Düsseldorf (+4,1%)
  3. Frankfurt a.M. (+4,0%)
  4. Köln (+4,0%)
  5. München (+3,5%)
  6. Berlin (+2,9%)
  7. Stuttgart (+1,7%)

Preisentwicklung gesamt:

  1. Wohnen MFH (+2,2%)
  2. Büro (+1,9%)
  3. Einzelhandel (+1,5%)

Die Mieten steigen demnach auch im ersten Quartal 2026 weiter. Wenn der IW-Wohnindex Q1/2026 zuvor für Berlin noch rückläufige Mieten (-0,8%) und auch sonst andere Zahlen annahm, bestätigt sich das nicht.

Bei der Preisentwicklung setzt sich die Aufwärtsbewegung, die Mitte 2024 begonnen hatte, fast unverändert auch im Quartal 1/2026 fort.

In diesem Zusammenhang lohnt auch ein Blick auf den Report der Helaba, Deutscher Wohnungsmarkt, vom 11.05.2026, wonach Energieeffizienz bei den Kaufpreisen eingepreist wird. Auch die Sonderauswertung im IW – Report 18/2026 bestätigt, dass Energieeffizienz nachhaltig an Bedeutung für die Preisbildung gewonnen hat. Energieeffizienzte Immmobilien sind werthaltiger. Die Relevanz von Energieeffizienz und von Real Estate Clean Tech könnte langfristig auch nochmals weiter steigen, da für Immobilieneigentümer der Wunsch nach geringerer Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und nach höherer energetischer Autarkie weiter an Bedeutungan gewinnt.

Auch die Bafin konnte eben eine neue Datenbasis verkünden: Erstmals konnte der Ausschuss für Finanzstabilität (AFS) zur Beurteilung der Risken auf dem Wohnimmobilienmarkt die Datenerhebung der Deutschen Bundesbank über Wohnimmobilienfinanzierungen (WIFSta) nutzen. Und gleich beweist sich die Wichtigkeit der Datenbasis für die Risikobewertung. Denn was ist die aktuelle Erkenntnis?

Auf dem Markt für Wohnimmobilien könnten sich nach der Bafin neue Risiken für die Finanzstabilität aufbauen. Demnach ist vor allem der Anteil neuer Kredite, bei denen die Darlehenssumme den Wert der finanzierten Immobilie überschreitet, vergleichsweise hoch. Die Finanzaufsicht Bafin wird sich daher gemeinsam mit der Bundesbank in den nächsten Monaten vertieft mit dem Thema beschäftigen.

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