Mein Vorsatz, mich im Urlaub nicht mit der Mietenfrage zu befassen, hielt exakt bis zum Flughafenkiosk.

Dort erwarb ich The Berliner, um mir Inspirationen für das kulinarische Berlin nach meiner Rückkehr zu holen – und ich stieß auf eine Darstellung zur Mietpreisenentwicklung in Berlin im Vergleich zur Einkommens- und Verbraucherpreisentwicklung. Und damit war ich wieder mitten drin im Thema.


Die dort aufgegriffenen Mietdaten geben die Angebotsmiete nach dem IBB Wohnungsmarktbericht 2025 wieder (die ortsübliche Vergleichsmiete dagegen stieg weniger stark wie das verfügbare Einkommen: 23,5% zu 28,3%) und sie verdeutlichen mit ihren Vergleichswerten gerade im Magazin The Berliner ein wichtiges Standortthema der Stadt. Berlin braucht berufsbedingten Zuzug vor allem junger Menschen, die zumeist aus dem Ausland kommen. Für diese aber sind solche Grafiken ernüchternd. Und ungerecht. Wie schon der Sachverständigenrat für Wirtschaft herausstellte: Durch die Mietpresregulierung entlastet würden vor allem immobile und ältere Menschen, während junge Menschen sowie Menschen, die z. B. aus beruflichen Gründen öfter umziehen, durch höhere Neumieten belastet werden. Letztere dürften der Adressatenkreis von The Berliner sein.

Am 28. Mai 2026 wurde dann der neue Berliner Mietspiegel 2026 veröffentlicht. Er enthält Steigerungen, die man aber, gerade auch wegen der Differenz zur höheren Angebotsmiete, als moderat bezeichnen kann. Er wurde von allen Mitgliedern der AG Mietspiegel anerkannt.

Berliner Mietspiegel 2026

INKRAFTTRETEN:
28. Mai 2026

STICHTAG:
01. September 2025

ART:
Qualifiziert (§ 558d BGB), v.a. wird vermutet, dass die ausgewiesenen Mieten die ortsübliche Vergleichsmiete wiedergeben

FORM:
Tabellenmietspiegel mit Orientierungshilfe zur Spanneneinordnung

WOHNLAGE: Aktualisiert

Die mittlere Nettokaltmiete im Berliner Wohnungsbestand liegt demnach bei EUR 7,71/qm und ist gegenüber dem letzten Mietspiegel 2024 (EUR 7,21/qm) um fast sieben Prozent gestiegen -mit Spitzenwerten von bis zu rund EUR 28/qm.

Dies darf nicht als Durchschnittswert aller Mieten Berlins missverstanden werden. Es handelt sich um den Median aus den verfügbaren Daten. Letztere sind ca. 17.000 Miet- und Ausstattungsdaten, die bei Mietenden sowie Vermietenden erhoben wurden – um nun für rund 1,6 Millionen mietspiegelrelevante Wohnungen herangezogen zu werden.

Die ortsübliche Vergleichsmiete repräsentiert insbesondere nicht dasjenige, was der Markt irgend hergibt, sondern einen am angestrebten Normalzustand orientierten Maßstab für die höchstzulässige Miete.

BVerfG, Beschluss vom 08.01.2026
– 1 BvR 183/25

Am Ende aber doch noch etwas „Leckeres“, dem ich nur zustimmen kann:

A vibrant international culture and generations of immigrants have brought some of the world’s best dishes to our fingertips.

The Berliner, May 2026: Berlin’s Must-Eat Dishes, p. 38 (siehe auch schon zu Berlin in TineOut, The 50 best cities in the world in 2026: Neues Berliner Landes-Gaststättengesetz: Außengastronomie und Ausgehviertel für ein hauptstadttaugliches Straßen- und Nachtleben)

© Copyright by Dr. Elmar Bickert


Siehe auch: