Das Jahr 2020 steht vor der Tür und damit ein neues Jahrzehnt. Zeit sich Gedanken zu machen über das, was Prägendes ansteht. Vieles. Fangen wir an mit einem Blick in die internationale Presse. Das Fortune-Magazin sammelt in seiner Neujahrsausgabe Ideen:

20 IDEAS THAT WILL SHAPE THE 2020s

Bemerkenswert ist dabei insbesondere die Idee zu Our Environment: In den 2020er Jahren werden wir den Beginn des Endes vom Verbrennungsmotor sehen (Christiana Figueres, Fortune Magazine, January 2020, page 38).

Schlechte Nachrichten für Menschen wie mich, die ebenso hochdrehende Benziner wie durchzugsstarke Diesel zu schätzen wissen. Oder doch nicht? Eher doch gute Nachrichten für Menschen wie mich, denen die Kombination aus Ruhe und atemberaubender Beschleunigung eines E-Autos ein Lächeln ins Gesicht zaubert und die sich begeistern können für technische Neuerung und Innovation im Interesse des Umweltschutzes?

Drei wesentliche Annahmen der Fortune-Idee sollen hier hervorgehoben werden:

  1. Nutzerzufriedenheit bei E-Autos durch Performance-Vorteile eines Verbrenners ohne den Wartungsaufwand und die Luftverschmutzungen eines Verbrenners.
  2. Sinkende Batteriekosten, allein in 2019 um -13%.
  3. Zunehmende Abdeckung des Ladenetzwerkes.

Für Punkt 1.) steht sinnbildlich ein ganz besonderer Wandel im Hause Ford, dem Hersteller von DEM American Muscle Car: Ford Mustang. Selbst der Mustang wird zum E-Auto, genannt Mustang Mach-E. Wie das zusammengeht und wie er selbst mit Elektroantrieb oder aber gerade wegen eines besonderen Vorteils eines E-Motors zum Porsche-Bezwinger werden soll, ist ebenso lesenswert im Fortune Magazine zu lesen (Electric Horseman, Fortune Magazine, December 2019, page 54/58): If Mustang fans are doubtful that an electric powertrain could adequately carry on the brand’s traditions, consider a key property of electric motors: instant, all-encompassing torque. Mehr muss man dazu nicht sagen, ausprobieren muss man es.

Punkt 2.) führt uns nach Europa. Erst Anfang Dezember 2019 hatte die EU-Kommission das Projekt Deutschlands und sechs weiterer EU-Staaten, den Aufbau einer europäischen Batteriezellen-Produktion mit 3,2 Milliarden Euro zu subventionieren, freigegeben. Mit diesem Projekt sollen private Investitionen mobilisiert und zukunftsträchtige Innovationen entlang der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette ermöglicht werden, nicht zuletzt um vor allem gegenüber den asiatischen Konkurrenten aufzuschließen. Auch das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung greift dies auf:

Rund ein Drittel der Wertschöpfung eines Elektrofahrzeugs entfallen auf die Produktion der Batteriezellen. Daher ist eine Produktion von Batteriezellen in Deutschland und Europa von hoher industriepolitischem Interesse.

Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050, Stand: 18.10.2019, S. 77

Bereits mit Beschluss vom 17.05.2019 hatte sich der Bundesrat (BR-Drucksache 143/19) in einer Entschließung für die Fertigung von Batteriezellen als Speichermedium zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz in Deutschland ausgesprochen.

Der Bundesrat stellt fest, dass durch eine innovativ aufgestellte Batteriezellproduktion, die insbesondere auf zukünftige Batteriezelltechnologien abzielt, Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Wachstum in Deutschland erhalten werden. Zur Etablierung einer Batteriezellproduktion sind gemeinsame Anstrengungen mit den Unternehmen des Sektors erforderlich.

Bundesrat, BR-Drucksache 143/19

Punkt 3.) schließlich führt uns zunächst nach Europa, letztlich aber zu einem Dauerbrenner in Deutschland. Um diesen soll es im Folgenden gehen.

-> Nächste Seite

Über den Autor Dr. Elmar Bickert

Rechtsanwalt in Berlin, spezialisiert auf das Immobilien- und Baurecht aus dem Blickwinkel des gesamten Lebenszyklus von Immobilien, auf das Energierecht, das Umweltrecht und auf Sustainable Real Estate.